Teams mit dem TeamCanvas nach vorne bringen

von Thomas Wuttke

Um was geht’s?

Teams mit einem TeamCanvas entwickeln und den Zusammenhalt stärken oder auch Konfliktfelder identifizieren

Geschäftsführer der IHK Berlin Stephan Wolter berichtet über seine Erfahrungen mit dem TeamCanvas: Was läuft gut? Worauf muss man achten sowie Tipps zum Start .

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Bitte beachten: Der nachfolgenden Text dieser Podcastfolge wurde maschinell transkribiert. Bitte verzeihen Sie daher Rechtschreibfehler. Noch beherrscht selbst die beste KI dieser Welt nicht alle badischen Sprachnuancen, gell?

Thomas Wuttke: Hallo Stefan!

00:00:06
Stefan Wolter: Hallo Thomas!

00:00:07
Thomas Wuttke: Schön, dass du hier bist! Schön, dass du uns ein paar Fragen beantworten wirst über das Team Canvas habe. Ich habe gelernt, das Team Canvas wir hier bei euch in der IHK STANDARD Tool ist das tatsächlich so? Macht ihr das alles für jedes Team?

00:00:23
Stefan Wolter: Naja, als STANDARD Tool etablieren. Aber wir mögen jegliche Art von Canvasas Wir haben mit einem Produkt Canvas mal angefangen, um auch eine IHKzu bringen. Wir haben ein bisschen Geschäftsmodellierung gemacht. Es war ja auch eines der ersten Canvasas schlechthin. Geschäftsmodelle modellieren und mit dem Team Canvas da sind wir jetzt so ein paar Monate unterwegs, aber haben viele Teams tatsächlich schon zur Anwendung gebracht.

00:00:56
Thomas Wuttke: Teams modelliert

00:01:01
Stefan Wolter: und die Emotionen drumrum. Und was so ein Team zusammenhält,

00:01:05
Thomas Wuttke: Das wird meine nächste Frage. Welche Effekte hat das bisher bei euch gehabt?

00:01:11
Stefan Wolter: Wir nutzen das an ganz vielen Stellen und an unterschiedlichen Lebenzyklus Phasen eines Teams. Idealerweise fängt man bei so einem Team oder fängt man mit dem Canvas persönlich an, überhaupt in Teamarbeit zu gehen. Es geht ja nicht nur als Team selbst, sondern betrachtet ja auch Wo will man eigentlich hin? Und man lernt sich irgendwie kennen über die Rollen und über die persönlichen Ziele, die da sind. Und man kommt ja in der Regel auch zu konkreten Verabredungen. Am Anfang ist super, und da haben wir es auch angewendet. Wir haben es aber auch genutzt, um, sagen wir mal so schon etablierte Teams, mal ein bisschen aufzurütteln, vielleicht noch ein bisschen neu zu justieren oder tatsächlich zu hinterfragen. Ist das ein gutes Team oder kein gutes Team? Oder was braucht, um noch ein besseres Team zu werden?

00:02:07
Thomas Wuttke: Habt ihr denn da, wenn ihr das denn aufrüttelt und macht mit Externen oder macht die dasselbe mit internen Kräften?

00:02:14
Stefan Wolter: Ja, wir haben hier. Ein Set an Methoden. Experten nennen wir die Methoden. Experten sind sozusagen die neutralen Instanzen, die die Methoden können und die auch als Moderator oder Mediator auftreten können. Es hilft auf jeden Fall, dass das niemand dem Team Canvas moderiert, der Teil des Teams ist. Idealerweise hat man gesagt, die Methoden der Experten wurden denn auch entsprechend ausgebildet.

00:02:48
Thomas Wuttke: Die wurden entsprechend ausgebildet?

00:02:51
Stefan Wolter: Genau. Im Rahmen von Strategie Prozess haben wir uns viele Methoden gegeben. Und natürlich verschiedene Interviews, Modelle, aber vor allen Dingen vieleCanvasas . Eins davon das Team Canvas und die Leute haben das erprobt, haben gelernt und wissen auch, wie man damit Emotionen umgeht, die ein Team Canvas, das wir auf jeden Fall hervorruft.

00:03:15
Thomas Wuttke: Was ist denn die Gefahr, wenn das ein NIcht- Fachmann moderiert?

00:03:20
Stefan Wolter: Naja, die Felder in so einem Team Canvas hängen in irgendeiner Art und Weise zusammen. Man muss schon verstanden haben, dass die nicht nur zusammenhängen, sondern dass man die auch in ihrer Gemeinschaft und in einem bestimmten Prozess durchgehen muss und interpretieren muss. Und andere Dinge ist das, was bleibt fürs Team und das macht viele Post-it irgendwo hin klebt.

00:03:50
Thomas Wuttke: Es sieht aber gut aus…

00:03:56
Stefan Wolter: Aber wenn man tatsächlich an der richtigen Stelle dann einen Impuls gibt, dass man bestimmte Sachen herausgearbeitet und dann den Finger in die Wunde legt, dann besser, wenn das ein Externer macht, der sich auch traut, dann diesen Weg zu gehen, der auch weit.Okay, das müssen wir irgendwie abbinden. Das bringt hier an der Stelle auch gar nicht weiter zu diskutieren, oder hier wird zu persönlich bis hin zu dem Abbinden. Was kann sich so ein Team vornehmen? Darf ein Externer, das Modul dem Team kennt, dorthin gefahren? Die Gefahr ist, dass tatsächlich am Ende sonst nichts rauskommt, dass das Team im Streit auseinandergeht oder sagt uh haben eine schöne üBUNG gemacht, wo sich alle vorher schon zwei Stunden umsonst ist.

00:04:49
Thomas Wuttke: Denn die. Fragestellung, die jetzt ein externer reinbringt vorher abgestimmt worden mit den. Protagonisten oder ist es immer die gleiche Fragestellung? Es ist einfach nur ein Buch, wo ich durchgehe.

00:05:02
Stefan Wolter: Es ist kein Drehbuch, sondern man muss schon vorher festlegen, unter welcher Zielstellung im Team Canvas wir es selbst machen will. Will man einen Status quo erreichen, will man an einem Problem arbeiten, wenn man das Team in Bezug auf eine Fragestellung mache. Ich habe zum Beispiel letzte Woche ein Team Canvas mit dem Digitalisierungsteam gemacht. Da war nicht allgemein das Team und das Team wichtig, sondern als Team in Bezug auf die Digitalisierung der Verwaltungssystem wichtig. Und diese Fragestellung sollte vorher abgeklopft werden. Aber es gibt eine standarts Fragestellung, die sich tatsächlich um das Team selbst dreht Warum ist man als Team da arbeitet man gut, und jeder kennt wahrscheinlich noch dieses Modell. Wo stehen wir denn eigentlich? Das kann man damit verbinden. Das ist eigentlich der Anwendungsfall. Aber man kann das mit ganz konkreten fachlichen Fragestellungen in Bezug auf das Thema verbinden.

00:06:04
Thomas Wuttke: Heißt es, dass der Canvas eine Initiative wie ein Team ein Start für eine Team Reise ist oder eine Stunde, zwei Stunden? Keine Ahnung. Was wird die nächste Frage? Was ist denn der Aufwand, den man denn da ansetzen muss? Aber zunächst mal Die Frage ist Sind in sich geschlossen? Bin ich denn da irgendwie fertig, oder gibt’s den Follow ups? Geht es denn weiter, oder ist es nur ein Anstoß?

00:06:32
Stefan Wolter: Unterschiedlich. Aber in der Regel ist es auf jeden Fall ein Anstoß. Man kann in der ursprünglichen Version kommen, da ja Verabredungen raus, Festlegungen, Handlungsempfehlung gemeinsame Maßnahmen besser machen will. Und die muss man nachvollziehen. Da muss man regelmäßig daran arbeiten. Unter einem bestimmten Punkt, wenn auch neue Teammitglieder dazukommen oder wenn sich die Rahmenbedingungen geändert haben, kann man wieder in sein Team gehen. Es gibt ein bisschen abgespeckte Varianten vom Team Canvas, die nur einfach einen Status quo in irgendeiner Art und Weise, das Selbstverständnis eines Teams, lkeine Vision. Da gibt es nicht acht Felder, sondern gibt’s nur vier. Da stellt man die wesentlichen Fragen Wozu sind wir eigentlich da? Womit machen wir das? Wie machen wir das? Und warum machen wir das eigentlich? Das was, Wie , Warum und womit? Zielt er darauf ab, tatsächlich ein Selbstverständnis in diesem Moment zu erzeugen? Erst mal abgeschlossen? Das kann man auch, so ist es erst hinnehmen.

00:07:52
Thomas Wuttke: Und jetzt nochmal die nachgeschobene Frage Wie lang dauert denn so eine Sitzung? Ein halber Tag, Tag, Stunde, zwei?

00:08:03
Stefan Wolter: Das Teams nicht größer als fünf bis maximal neun Personen sind. Wenn man das stringent durchmacht, strenges Timeboxing verfahren. Nichtsdestotrotz muss man schon auch Zeit zum Diskutieren und Zeit für Verabredungen einplanen. Muss. Braucht man auf jeden Fall bei sieben Leuten zwei Stunden, vielleicht sogar drei Stunden, also drei Stunden ist, glaube ich, eine sehr gute Zeit, um einmal gut mit sieben Leuten durchzukommen. Und einmal das Thema zu umrunden und dann vielleicht ein Follow up zu vereinbaren, um dann Follow up zu vereinbaren, wo man nicht zwingend wieder ein Team machen muss, aber an den zentralen Fragestellungen und an den Vereinbarungen arbeitet und eine Vereinbarung kann. Man kann auch sein, einen bestimmten Konfliktpunkt ganz explizit wiederaufzunehmen. Das löst nicht automatisch alle Konflikte, sondern macht aber einige deutlich. Manche löst auch, manche kann man aber nicht in drei Stunden lösen. Und dann muss man überlegen Was machen wir mit dem Konflikt jetzt? Ist es überhaupt ein Konflikt? Muss man daran arbeiten und so weiter und so fort.

00:09:27
Thomas Wuttke: Verstanden gab es aus deiner Sicht oder aus der Erfahrung, die Ihrhier gemacht hat, auch schon mal negative Effekte mit der Arbeit, mit dem Canvas. So eine Art Rohrkrepierer.

00:09:38
Stefan Wolter: Naja, kommt drauf an, ob das als negativ empfunden wird. Aber wir mussten ein Team tatsächlich komplett auseinandernehmen und neu zusammenstellen, weil wir die Ergebnisse So frustrierend war für die Leute da der Frust am Ende des Team Konflikte drin, die schier unüberwindbar sind. Und wir haben nicht mehr geschafft, den nächsten Schritt im Rahmen einer Vereinbarung zu finden. Und jetzt kann man sagen Hat nicht funktioniert oder super funktioniert? Wir haben herausgefunden, dass das einfach so überhaupt nicht geht. Und dementsprechend haben wir dieses Team in dieser Form nie wieder antreten lassen. Und ob man das jetzt als positiv oder negativ empfindet, sei mal dahingestellt.

00:10:29
Thomas Wuttke: Verstehe. OK, aber jetzt? Die Arbeit ist erledigt, die Projekte sind gemacht. Wird es denen Nachbetrachtung sagen? Es war der richtige Schritt, dass das Canvas offenbart hat, dass das Team gar nicht zusammenarbeiten kann.

00:10:42
Stefan Wolter: Also auf jeden Fall. Es war ein Baustein, natürlich nicht der Baustein, aber ein Baustein, um überhaupt eine Entscheidung treffen zu können. Auf jeden Fall.

00:10:55
Thomas Wuttke: Zum Schluss einfach mal ein paar Tipps, ein paar Fragen. Wenn jemand es jetzt einsetzen möchte, was würdest du dem raten? Vielleicht drei Tipps für die Praxis. Für den Transfer.

00:11:10
Stefan Wolter: Nummer eins klares Timeboxing Weil sonst kann man sich mit seinem Team Canvas auch ungefähr drei Tage am Stück beschäftigen. Nummer zwei Der Fokus auf Verabredung, das Thema. Das ist nur ein Feld von acht. Aber es ist ein wahnsinnig wichtiges Feld, und ohne Verabredung hat man dem Team Canvas potenziell umsonst gemacht. Diesen Blick und diesen Zug zu einer Verabredung zu haben, das ist ganz wesentlich und wichtig.

00:11:49
Thomas Wuttke: Kurze Zwischenfrage Was meinst du mit Verabredungen? Verabredung, dass wir uns nachher um sieben in der Bar treffen oder was? Was heißt Verabredung?

00:11:56
Stefan Wolter: Nein, die Verabredung ist überschrieben, ist mit Regeln und Handlungsmaxime, das, was man herausgearbeitet hat. Dinge, die dem Team zusätzlich stärken, wie Konflikte aus dem Weg räumen, wo man auch sagt Mensch. Wir haben herausgefunden. Daran müssen wir arbeiten, dafür machen wir ab oder wie wir gehen. Selbst die Verabredung, dass dieses Team irgendwie in zwei Monaten zu wiederholen oder einem bestimmten Wert nach vorne zu stellen und zu überlegen, wenn das Team gesagt hat Irgendwie Offenheit ist für uns total wichtig. Offenheit ist ja auch noch ein abstrakter Begriff. Da muss ich irgendwie in die Tiefe gehen und nach Verabredungen zu machen. Die ersten zehn Minuten darüber sprechen, was ganz konkret eigentlich Offenheit für uns bedeutet oder ein Review ob wir in dieser Runde offene Kommunikation eine.

00:13:01
Thomas Wuttke: Alles verstanden.

00:13:05
Stefan Wolter: Die Nummer 3 wichtig dem Moderator. Der hat eine bestimmte Verantwortung. Nicht nur das Timeboxing zu betreiben, ist auch wichtig. Aber das tatsächlich in einen Rahmen zu setzen, in dem auch das Team überhaupt im Team Canvas etwas machen kann. Ich sage gar nicht, dass der Moderator immer extern sein muss. Das habe ich vorhin schon mal ausgeführt. Das ist schon sinnvoll und gut zumindest, dass jemand Erfahrung hat. Es kann. Aber wenn jemand Erfahrung hat, dann reicht auch. Kann auch jemand von Intern sein. Aber wichtig ist, dass diese Moderator Rolle gesetzt ist und das auch. Klar ist, dass der Moderator wirklich den Rahmen setzen darf und der Moderator eine neutrale Instanz muss, muss auch schon gehört werden.

00:13:55
Thomas Wuttke: Heißt Ich habe mit dem Moderator auch eine verantwortungsvolle Rolle, die absolut dem in dem ganzen Umfeld denn hier auch. Mit Konflikten unter Umständen reagieren muss oder auf Konflikte reagieren muss.

00:14:13
Stefan Wolter: Der Moderator löst die Konflikte nicht. Das muss immer das Team selbst machen. Aber die Konflikte klar zu benennen und herauszuarbeiten, worum es eigentlich gerade dieser Diskussion geht. Wir müssen den Elefanten im Raum benennen, den alle sehen, aber keiner redet drüber. Das ist Aufgabe des Moderators, den Elefanten im Raum ausfindig zu machen und ans Tageslicht zu hieven.

00:14:43
Thomas Wuttke: Ja, dann kann ich ja dem nichts mehr hinzuzufügen. Vielen Dank für die kurzen Ausführungen zum Thema TeamCanvas. Kenntnisse und Erfahrungen. Viele Grüße nach Berlin.

00:14:54
Stefan Wolter: Vielen Dank und sehr gerne.

Über Projektmanagementpodcast.com

projektmanagementpodcast.com entstand aus dem Podcast von Wuttke&Team. Zunächst nur als kleines Hörspiel zwischen dem Abteilungsleiter König und dem Projektleiter Stein, die sich immer wieder in den langen Gängen der Pfefferminzia-Versicherung treffen und über das eine oder andere Projektmanagementthema philosophieren. Das war im September 2017.

Später (Ende 2018) wurde daraus der Projekt-Tambaya-Podcast. In diesem Format kamen noch mehr Interviews dazu, aber auch Reflexionen und auch erste Schwerpunktfolgen.

Mitte 2020 ist dann der komplette Podcast auf die Plattform projektmanagementpodcast.com umgezogen. Den Tambaya-Podcast gibt es noch immer, aber nun kamen noch weitere Schwerpunktfolgen dazu.

Unsere Vision

projektmanagementpodcast.com ist der führende Projektmanagementpodcast im deutschsprachigen Raum und ist ein eigenständiges Medienlabel mit unterschiedlichen Formaten und Partnern.

Hören Sie hier die allererste Folge aus dem September 2017

Podcast #86, erstmals veröffentlicht am 12.02.2020

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